Vorbereitungen für Kopf und Hand

Ein herzliches Hallo an Euch

Ja, wie ihr am Titel erkennen könnt, wird es in diesem Beitrag um unsere praktischen Vorbereitungen für die lange Reise gehen. Wir bekommen ja öfter Fragen gestellt, wie es dann um unsere Versicherungen bestellt sein wird, was wir mit unseren Möbeln machen etc. und ich möchte nun versuchen, einige davon zu beantworten.

Jetzt aber erstmal der ganz große Rahmenplan: Die Reise startet am Freitag, 28. Juli und führt uns nach Süddeutschland, wo wir einige Tage verbringen werden. Dann werden wir in Frankreich eintauchen und danach in Spanien an der Küste langfahren, um gegen Mitte August dann von Norden in Portugal einzureisen. Ab dort wird das Ganze sehr viel spannender, oder entspannender? denn in Portugal verringern wir unser Fahrttempo und möchten ganz frei tage- oder wochenlang an Orten verweilen, die uns gut gefallen. Spätestens gegen Mitte Dezember werden wir uns an der Algarve niederlassen für einen milden Winter bis Anfang/Mitte März, um dann wieder auf Tour zu gehen.

So der Plan. Mal sehen, was das Leben draus macht.

Wie steht es denn nun um unsere Vorbereitungen? Es ist ja nicht mehr so lang bis ende Juli. Da wir ja fast ein ganzes Haus auszuräumen haben, sind wir sehr beschäftigt damit, Möbel und Dinge, die sich im Leben so angesammelt haben, wieder loszuwerden, denn der Wohnwagen bietet kaum genügend Raum für Kleidung und Nahrung, da kann man auf alles andere keinen Platz verschwenden. An der Tagesordnung ist also ein sehr bekanntes Auktionshaus in der kleinanzeigenVariante, ständig verpacken wir was und müssen zur Post oder Fremde stehen im Wohnzimmer um etwas abzuholen; wir waren im April mit einem Stand auf dem Kitsch, Kunst und Co Trödelmarkt und hin und wieder verschenken wir gerne mal was. Auszunehmen sind diejenigen Möbel, Gartengeräte und Dinge, die Petra uns abkaufen wird, um ihr neues Zuhause zu beleben. Ja, auch das Haus mit dem wilden Garten hat neue Bewohner gefunden, wir sind sehr sehr glücklich darüber! Nicht nur, dass wir jederzeit zu Besuch kommen dürfen, nein, wir dürfen sogar ein wenig vom Keller okkupieren für wichtige Herzensdinge, die jetzt gerade nicht in den Wohni passen.

Apropos Kleidung. Das ist ein wichtiger Punkt. Jeder, der in seinen Kleiderschrank schaut, kann sich ein Bild davon machen, wie anstrengend es ist, dies alles auszusortieren. Ein sehr schönes Wort und etwas, das ich persönlich leidenschaftlich gerne mache: Aussortieren. Ich sortiere damit nicht nur meine Kleidung sondern mache mich frei im Kopf ! Was brauche ich beispielsweise, um mich zu wärmen an kühlen Tagen? Was finde ich schön, was ist angenehm zu tragen, luftig, weich? Was benötige ich als Sonnenschutz? Als Schwimmbekleidung? Wieviele Handtücher passen noch in den Stauraum? Ziemlich viele Fragen, die dann auftauchen. Bei mir ist es seit dem Wochenende so, dass ich keinen Kleiderschrank mehr besitze. Meine Kleidung liegt auf dem Zimmerboden, Socken und Unterwäsche in kleinen wasserfesten Beuteln und ja, es ist sehr wenig geworden. In Zahlen: 2 Jeans, 6 Spaghetti-Tops, 6 T-Shirts, 4 Leggins, 2 luftige Pluderhosen, 4 Röcke, 5 Langarmshirts, 2 Pullis, 2 Strickjacken, 1 wetterfeste Jacke, Socken, Unterwäsche. Der Knackpunkt ist ganz einfach der: wir werden öfter waschen als bisher, wo wir Dreckswäsche sammeln um damit eine große Waschmaschine voll zu bekommen. Im Sommer gar kein Thema, Durchgeschwitztes fix waschen und für 2 Stunden in die Sonne hängen, fertig! Doch im kühleren Winter mit Regen? Tatsächlich schauen wir grade nach einer kleinen Reisewaschmaschine, in die durchaus mal 3kg Wäsche reinpasst. Ich kannte das gar nicht! Doch dank Modou, der im „Urlaub“ mit seiner betreuten Jugendgruppe diese Waschmaschine ständig nutzt, kenne ich das nun. Er kann das Gerät empfehlen und das klingt doch sehr viel entspannter als die Vorstellung des mit- der- Hand-Waschens. Wie gesagt, großes spannendes Thema, das noch nicht zu Ende ist.

Den Wohnwagen haben wir nun auch final angemalt, es war dann doch mal warm genug dafür 😉 Unser neues kleines Zuhause auf Zeit ist momentan dran, Henning hat die komplette Wasserversorgung erneuert mit sauberen Schläuchen und das Klo ist so gut wie neu, ich habe innen etwas aufgehübscht (soll mir einer mal einen schönen Wohni-Innenraum ab Werk zeigen , seufzzzz), bald geht’s zum TÜV und dann wird hoffentlich bald eingeräumt….freu/horror ! Dazu passend brauchten wir noch ein anderes Auto, denn unser alter Ford war nicht wirklich geländegängig und an der Leistungsgrenze mit dem Wohnwagen hinten dran. Er hat ein neues Heim gefunden, (Gruß an Felix :-)) das Schicksal fast all unserer Besitztümer. Henning and the fabulous Ben (mit dessen Unterstützung hier einfach alles wie am Schnürchen klappt!) haben sich auf die langwierige Suche gemacht und  mit Geduld und Fachwissen einen Mitsubishi Pajero herbeigezaubert. Groß, stark, breit, solide und zuverlässig wird er uns über alle ruppigen rauen Straßen bringen und unser mobiles Zuhause hinter sich herziehen. Und ich sage euch, es war gar nicht so einfach! Der Markt für solche Autos ist überschaubar wenn man hier im größeren Umkreis bleiben UND was Sicheres haben will, wir haben echt schon geschwitzt, weil wir MUSSTEN einen finden und dann suchste und suchste….puh! Jetzt ist diese Sorge vorbei, nach einer Rundum-Erneuerungskur in einer Fachwerkstatt wird der Pajero mich wohl überleben, „grins“. DANKE nochmal an Ben!

Und noch was: Um unsere gedrängte Schlafsituation im Wohnwagen zu verändern, hat HandwerkerHenning hinten im Pajero eine umklappbare Holzkonstruktion namens Bett gebaut, so dass dort ganz bequem zwei Menschen schlafen können. Tagsüber wird es zusammengeklappt und die Teenies können auf der Rückbank sitzen. Auch dieser Umbau hat Zeit und Nerven gekostet, zack sind wieder zig Tage rum. Wir haben auch noch 2 Zelte dabei, die bei Bedürfnissen nach Ruhe und Alleinschlafen aufgestellt werden können. (Wo packen wir DIE eigentlich hin ?? grübel….Bitte die Dame, setzen sie sich mal auseinander mit zulässigen Gesamtgewichten, Zuladungen, Dachlast und der vertikalen Stützlast…nein danke….und DANKE Henning!)

sooo, was gibt es denn noch? Achja, die Versicherungen. Ich möchte vorausschicken, dass wir einfach nicht kompatibel sind mit dem allgemeinen Verhalten, Versicherungen abzuschließen; wir sind schon hier in Deutschland -wie sagt man?- hoffnungslos unterversichert gewesen, die Erfahrungen anderer Menschen mit eingereichten Versicherungsfällen bestätigen uns leider auch immer wieder. Nunja, das Wichtigste ist halt der Krankenschutz, das Thema war sehr lange akut und bedurfte einiger Recherche in Foren per Internet und nun haben wir eine richtige gute Langzeit- ReiseKrankenversicherung bei STA Travel abgeschlossen, das Versicherungshaus dahinter ist die Allianz Global Assoziation. Die versichern Globetrotter, Auswanderer, Au-Pair u.ä. mit einem Komplettschutz ausser Vorsorgeuntersuchungen (Ausnahme Schwangerschaft) und sie sind die EINZIGE in Deutschland, die einen Familientarif anbieten. Zudem sind 6 Wochen/Jahr Heimaturlaub inklusive was sehr selten ist, bei den meisten endet die Reiseversicherung an der Heimatlandgrenze. Jaaa, IST ja auch eine REISEversicherung, ich weiss. Trotzdem sehr angenehm, wenn wir mal hier sind, nicht direkt zur GKV rennen zu müssen, oder halt ohne Krankenversicherungsschutz dazustehen.

Ein weiterer Punkt ist das behördliche was da auf uns zurollt. Nach endlosen Stunden Recherche bei Behörden, Ministerien und auf Netzseiten von Menschen, die unterwegs auf Reisen sind, von Deutschen, die woanders arbeiten etc. haben wir nun den Entschluss gefasst, die Kinder und die Mama melden sich ab aus Deutschland, wozu man gesetzlich verpflichtet ist, wenn man 2 Wochen lang ohne festen Wohnsitz hier im Land ist. Das bedeutet, wir sind nicht mehr im Datensystem, die Schulpflicht entfällt, ich darf nur noch den Bundestag wählen und kein Konto mehr eröffnen, keine Verträge mehr in D abschließen,  brauche keine Steuern zu zahlen sowie keine GKV und keine Sozialversicherungen und habe keinerlei Anrecht auf finanzielle Unterstützung durch den Staat. AUSSER: ein Mensch bietet dir Wohnraum an mit funktionierender Toilette und du hast den Schlüssel dazu und auch die Absicht (!), diesen  Raum zu nutzen. Dann darfst du gemeldet bleiben und verpflichtend Müll bezahlen ;-). Bei uns wird das Henning sein, der dieses Recht in Anspruch nehmen wird, so behalten wir unser deutsches Konto und unsere deutsche Kfz-Versicherung.

Soweit der Amtsschimmel….ganz ehrlich? Das Wichtigste für uns sind: ein zuverlässiges Auto, ein versierter, vorausschauender und ausgeschlafener Fahrer und jede Menge gute Laune, dazu leckeres mampfi mampfi und zu guter Letzt funktionierendes WLAN unterwegs. Und Sonne wäre ganz toll.

Eigentlich können wir los 😉

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