„Cela de baixo“, unser Zuhause für die Winterzeit

Es ist Dezember 2017 und wir haben ein vorübergehendes Zuhause hier gefunden: in der Nähe von Vila Nova de Milfontes, das sind die weissen Häuser hinten auf dem Foto. Wir sind in den Hügeln bei Senhora B.Mayer in „Cela de baixo“. Wenn wir zu Fuß weiterlaufen, den Hügel hinter dem Haus nach oben, können wir am Horizont den Atlantik sehen! Das sieht dann SO aus:

Wir wohnen im mindestens 150 Jahre alten Lehmhaus im wunderschönen Garten von Barbara, der verschiedene Sorten Orangenbäume beherbergt sowie Khakis, Granatäpfel, Aloe Vera, Zitronen und Mandeln und dazu sehr viele Pflanzen wie Oleander, Strelitzien, Verbenen, Zitronen, Medroño Bäume und und und… die nun beginnen zu blühen!

Die Hitze und Trockenheit des Sommers ist vorbei und es grünt hier draussen bei Tagestemperaturen um die 15-17°C. Sobald die Sonne allerdings um die Hügel herum verschwindet, wird es so kühl, dass ich mich sofort warm anziehen muss. Bisher habe ich um diesen Zeitpunkt herum dann die Pflanzenbeete vor unserer Terrasse gewässert… doch nun soll bald der Regen einsetzen, dann braucht die Natur keine weitere Hilfe mehr vom Wasserschlauch 😉

 

 

 

Jules Zimmer 2Tage nach Einzug, sieht jetzt anders aus, darf aber nicht fotografiert werden 😉

 

 

Terrasse:

 

 

 

das Badezimmer neben dem Wohni

 

 

Dieser Stuhl ist aus Kork!

So sind wir denn wieder zu viert – und schon nach einigen Tagen vermissen wir die community: niemand spielt hier abends Gitarre oder auf der Mundharmonika, kein Sam macht köstlichstes Pesto mit Zutaten aus dem Garten, Dietmar spielt nicht mehr mit Jule Schach und Anna braucht sich um keine Hühner mehr zu kümmern. Unser Verlust macht uns kreativ: wie alle Kinder lernen wir durch Nachahmung: seit heute existiert ein practical meeting mit einer Liste zum Eintragen für lunch cooking and cleaning 😉  Wir haben auch „Schule“ und Zeit für eigene Projekte eingeführt genauso wie Internet-time für unsere teenager. Den Morgen beginnen wir mit fitness !! Für Körper und Intellekt ist nun also erstmal gesorgt, wir wollen hier ja nicht versumpfen.

Im Gegenteil, ich möchte die Sprache weiterlernen und unsere Vermieterin kommt da wie gerufen, denn sie wohnt seit fast 30 Jahren auf der iberischen Halbinsel, spricht spanisch, englisch und portugiesisch. Ich darf also hoffen 😉 Was weiterhin wichtig ist, ist das Sammeln von Anzündmaterial für den Kamin und das Öfchen, die unsere casa warmhalten. Der Ofen ist rund, aus Metall und von oben zu befeuern, was für mich komplett neu ist, unser bisheriger Kaminofen hatte ja eine Tür vorne. Nunja, nach einigen Tagen des Übens klappt es jetzt ganz gut um bescheiden zu bleiben, wir müssen uns halt erstmal anfreunden 😉 .

Winterstimmung kommt hier nicht auf, weil es tagsüber einfach zu warm und durchaus auch zu grün ist!  Der Klee wächst und wächst und begrünt den Boden, die Blüten öffnen sich, Vögel hüpfen herum und futtern Oliven aus dem Baum oder stecken ihre Schnäbel in die blühende Aloe Vera. Ihr könnt euch das vorstellen wie einen warmen Tag ende April oder anfang Mai, wenn die Bäume schon wieder grün sind; nunja, einfach unten die Fotos schauen.

hmmm, was machen wir denn noch Schönes? Also, jeden zweiten Samstag fahren wir zum großen Markt in Brunheiras, da ist der nächste kleine Ort hier. Dort wird alles angeboten, was der Mensch so benötigt: Gemüse, Obst, Öl, Nüsse und Hülsenfrüchte, Brot, Kuchen, Käse und Fleisch/Wurst sowie warme Decken, Bettwäsche, Bekleidung, alles für die Küche, sogar Gasbrenner, Möbel, Cds, lebendige Hühner, Gänse, Wachteln, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziervögel, Saatgut und Jungpflanzen. Ganz heimelig ist die Verköstigung, denn es gibt 2 Hähnchenbratereien- auf offenem Feuer/Grill, wovon der Eine ein Autoanhänger ist – und andere typische Angebote wie z.B. Bifanas (2 Brotscheiben mit einem Stück Schweinefleisch dazwischen). Und selbstverständlich Kaffee! Der Portugiese ist nur vollständig mit einem starken kleinen bica, erzähl mir einer mal was anderes! 😉 Zwischendurch kann man ganz wunderbar in Cercal do Alentejo einkaufen, das liegt ca 20min mit dem Auto landeinwärts. Ein süßes kleines Dorf aus weissen Häusern mit vielen kleinen Einzelgeschäften: Blumen, Gemüse/Obst, Werkzeug, Woll-Handarbeit, Reinigung, Papiergeschäft, Kleidung, Fischgeschäft, Metzger, mehrere Cafés und 3 Supermärkte.

Sooo, und nun noch Fotos vom Markt in Brunheiras, viel Spaß beim Rundgang und bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 

Diese Hüte werden von Portugiesen gerne getragen:

 

Wie ihr hier seht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer ist denn nun welche?

 

 

wie heissen denn Äpfel auf portugiesisch??

 

zu guter Letzt die Verköstigung, jedoch nicht unsere….

 

4 Kommentare

  1. So kenn ich meine 2. Heimat. Wunderschön!!!!

  2. Wow! Voll schön! Wie ist es denn mit Bio und veganem Essen in Portugal? In Spanien, vor allem da wo wir momentan sind, ist das fast unmöglich…so schön Spanien ist, gutes veganes und gesundes Essen, vermisse ich schon sehr! Eure Finca sieht wunderschön aus und die Natur rundherum…traumhaft!! Liebe Grüße, Andrea

    1. Author

      Hallo Andrea
      Es freut mich, dich hier zu „sehen“. Ja, an unserer gemieteten Wintercasa haben wir auch viel Freude!
      Deine Frage bezügl.des Essens kannnich dir leider nicht für ganz Portugal beantworten, denn wir leben hier im Alentejo auf dem Land wo jahrhudertelang kräftige Eintöpfe mit viel Fleisch/Fisch gegessen wurden und die Tradition wird bis heute hochgehalten. Wie es in den Städten ist, weiss ich nicht, wenn du hier Essen gehst gibt es nur Salat für Veganer oder vegetarisches Omelett /Pizza.
      Selberkochen ist am sinnvollsten, seufzzzz 😉
      So ein bisschen wie in Deutschland in den 80ern, da gabs auch noch keine vegane Öffentlichkeit. Kommt vielleicht noch?

    2. Author

      Vergessen: Bio? Schwierig bei frischem Obst und Gemüse, doch es gibt bio Nüsse und Saaten und Maiswaffeln und sowas, meist in den Supermärkten in einer extra Ecke. Zuckerfrei gibts auch! Bei Aldi gibts auch bio Produkte wie Butter/Joghurt/Schoki

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